III. Teilstrecke: Borlinghausen - Altstadt Blankenrode - Diemeltal (26 km)

Als Ausgangspunkt für die dritte Teilstrecke wählen wir Borlinghausen (s. dort), bzw. das ehemalige Gasthaus Grunewald an der B 68. 
 Der Aufstieg zur Egge erfolgt am besten auf dem Burgweg, dem Wanderweg Borlinghausen-Husen (Z). Kurz vor dem Eggeweg, etwa 100 m entfernt, erreichen wir die Höhe, wo einst die „Alte Burg“ stand, vermutlich als festes Haus von J. v. Spiegel in den Wällen einer alten Volksburg am Burgweg, dem Verbindungsweg zwischen Sintfeld und Börde, erbaut. Diese Höhenburg wurde wahrscheinlich 1338 nach der ersten Spiegelschen Erbteilung errichtet. Sie stand auf einer Sandsteinkuppe mit Steilabfall nach allen Seiten. Ihr Grundriß ist ein Quadrat von ca.80 m. Die Mauer, etwa 1,20 m dick, ist im NO im Tannendickicht erhalten. In der Mitte der Südseite ist der alte Eingang zu erkennen. Im Norden der Anlage ist ein breiter Einschnitt sichtbar. Die Burgmauer ist mit Kalk und Mörtel erbaut, leider aber fast bis auf den Sandsteingrund abgetragen.

Diese Höhenburg war die Stammburg derer v. Spiegel, Borlinghauser Linie. Jorg v. Sp, der Sohn Hermanns v. Sp., erhielt bei einer Erbteilung 1436 die Höhenburg, sein Bruder Gerd die Talburg in Borlinghausen als Waldecksches Lehen. Die Söhne des Gerd v. Sp - Gerd u Hermann - verpfändeten 1454 die Höhenburg an das Kloster Hardehausen Jorg v. Sp war inzwischen Landdrost in Dringenberg geworden. Die Burg verblieb weiterhin in der Hand des Klosters H., wahrscheinlich unbewohnt, und verfiel daher in der Folge.

Oberhalb der „Burg“ befinden sich zahlreiche Gräben, Stollen und Pingen an dem Berghang der Rosalia (436 m), der höchsten Erhebung der südl. mittleren Egge.

Etwa 100 m westwärts der „Burg“ erreichen wir den Eggeweg, der hier aus der Nord-Süd-Richtung scharf in die südwestlich Richtung einbiegt. Nach weiteren 100 m überqueren wir den Wanderweg Kleinenberg Regentenhöhe - Bonenburg. Nach etwa 1/4stündiger Wanderung überschreiten wir bei dem Gasthof Grunewald die „Napoleonstraße“ Kassel - Paderborn. An dieser B68, der ersten großen Kunststraße unseres Raumes, stehen im Abstand von einer Meile (= 7 km) Meilensteine; sie sind Eggesandsteine und bestehen je aus einem Obelisken mit einem Sockel und zwei angebauten Bänken und sind 2,70 m hoch. Ihr einziger Schmuck ist der preußische Adler, sie wurden auf Veranlassung des Oberpräsidenten v. Vincke, der sich sehr für die Durchgangsstraßen einsetzte, zwischen 1815 und 1840 aufgestellt. Nur noch wenige solcher Meilensteine sind an der Straße erhalten (von Kleinenberg bis Köln sind es 25 Meilen).

Etwa 800 m in südl. Richtung steht seit 1973 neben der B68 ein Gedenkstein für den 35jährigen jüdischen Redakteur F. Fechenbach aus Detmold, der dort am 7.8.1933 von SS- u. SA-Leuten auf der Flucht erschossen wurde. Sein Grab ist auf dem jüdischen Friedhof in Rimbeck.

Führte unser Weg bislang über Neokomgestein, so treffen wir jetzt nach Überqueren der Straße auf Cenomanboden. Der Weg, teilweise sumpfig, führt durch freies Feld, bis wir nach etwa 10 Min. den Fichtenwald erreichen, der wiederum auf Neokomboden steht. Rechts des Weges wächst eine interessante Bruchtlora; besonders das Torfmoos ist stark vertreten. 
Nach einigen Minuten kreuzen wir die Waldstraße Hardehausen Kleinenberg. Direkt dahinter wenden wir uns nach links und gelangen erneut auf einen Klippenweg. Etwa 100 m links vom Eggekamm, über den der Bördenweg verläuft, beginnen die Hardehauser Klippen über die der Eggeweg entlang führt, oberhalb des Hardehausener Opfersteins. Der Opferstein ist vermutlich eine alte Kultstätte. Er ist ein mächtiger, moosumsponnener Felsblock von 15 m3 innerhalb einer Blockhalde.

Daneben entspringt eine Quelle, die jedoch wieder in den Blocktrümmern versickert, um wenig tiefer erneut in einem Quelltümpel emporzukommen, da eine undurchlässige Tonschicht das Wasser nach oben drückt.  
Überall aus dem Blockgeröll, das oft von Hangschutt überdeckt ist, treten kleine Rinnsale empor, die auf dem dichteren Mergel des Oberen Buntsandsteins Vernässungszonen und Quellsümpfe hervorrufen.

Die Klippen sind Sandsteine der Unteren Kreide, die vor rund 130 Millionen Jahren am Rande des westfälischen Kreidemeeres als Sand abgelagert wurden, die sich dann zu Sandsteinen verfestigten, welche nun verwittern (vgl. L. Maasjost: Wanderung im Paderborner Land, 1978, S. 32).

Nach Rückkehr auf den Eggeweg folgen wir dem "X"-Zeichen weiter auf weichem Nadelgrund, im Sommer durch hohen Adlerfarn. Im Übrigen ist die Flora arm, und Drahtschmiele, Weißblühendes Labkraut, Roter Fingerhut und Heidelbeersträucher herrschen vor. 
Bald fordert eine lohnende Aussicht vom Klippenrand den Wanderer zum Verweilen auf. Wir blicken hinab in den Hardehauser Talkessel mit seiner mittelalterlichen Zisterzienser Klostersiedlung. Im SO entdecken wir Ossendorf am Rande der Warburger Börde mit den hessischen Vulkanbergen im Hintergrund. Am südlichen Horizont erblicken wir das Waldecker Tafelland, im SW ragt der Kirchturm von Obermarsberg hervor.

Nach insgesamt etwa 2,5 km führt der Klippenweg zurück auf den Bördenweg, über den er in westlicher Richtung verläuft bis hinter den links gelegenen Parpart-Ruheplatz (einfache Schutzhütte) und führt nun in südlicher Richtung zur Nadel.

Von der Kuppe aus genießt man eine weite Sicht. An ihrem Rand verlief die alte Grenze zwischen Hardehausen und Kleinenberg. An der Schnat steht ein 1 m hoher Sandstein mit der Jahreszahl 1707. Auf der einen Seite ist das Wappen der Äbte von Hardehausen (Krummstab mit Rautenstab) und auf der anderen Seite das Kreuz des Paderborner Fürstbischofs. Dieser dreieckige „Natelenstein“ hat dem Aussichtspunkt und der Berghöhe den Namen „Nadel“ gegeben. Die Steine sind 1707 beim letzten Schnatgang gesetzt.

Von der "Nadel" führt der Eggeweg steil hinab, überquert den „Ewigkeitsweg“ und kommt ins Schwarzbachtal bis zur Straße Hardehausen - Blankenrode, verläuft 100 m über die Landstraße in westlicher Richtung bis Roters Eiche, wo er nach links abbiegt. 
In diesem Winkel steht die Rotereiche, zur Erinnerung an einen verdienstvollen Forstmann. Wir folgen dem nach Süden verlaufenden Wanderweg etwa 1 km und treffen auf den Wanderweg, der vom Hirschstall (= Wildfütterungsstelle) kommt. Dieser liegt ungefähr 500 m entfernt. Dort befand sich früher die Blankenroder Mühle oberhalb der Wüstung der Hardehauser Grangia = Klosterhof Rozedehusen. Der Teich der Mühle bildet heute die Wiese des Hirschstalls.

Unser Weg führt weiterhin in westl. Richtung in langgezogener Steigung und verläuft durch den Papengrund (Weg der Hardehauser Mönche) an im 13. Jahrh. erwähnten ehem. vier alten Teichen Blankenrodes vorbei.

An der rechten Seite unseres Weges, dem zerklüfteten Papengrund gegenüber, liegen die Forstdistrikte 100 = Hüttchenberg und 110 = "Kleiner Nonnenbusch" mit der ehemaligen Grenze des Klosters Hardehausen des Domkapitels und des Landesherrn. Im Bezirk „Grünes Hüttchen“ wurde 1674 - 79 ein Glaswerk betrieben.

Im Sommer 1960 fanden staatlich beauftragte Munitionssucher am Eselsweg (zwischen beiden Bergen) mittels Geigergerätes in einem irdenen Gefäß einen Geldschatz von 171 Reichstalern aus der Prägezeit 1763 - 67. Es könnte sich bei diesem vergrabenen Schatz um eine nach 1806 versteckte Kriegskasse handeln oder um einen verborgenen Schatz der Hardehauser Mönche bei der Säkularisation. Vielleicht war der Fund der Besitz eines Köhlers, wahrscheinlich der eines Hirten (die Hirten des domkapitularischen Hofes in Blankenrode hatten hier nachweislich bis 1839 das Huderecht).  
Der Kleine und Große Nonnenbusch waren die Orte, wo der Hirt bei der Hude nonte - mundartlich naunte, d. h. wo sich das Vieh mittags und abends ausruhte.

Unterhalb der Stadtwüstung ändert unser Weg seine Richtung und führt, scharf links abbiegend, am Rand der Erdwälle und eines Sandsteinbruchs entlang durch die Wälle hindurch steil empor zur „Altstadt“ Blankenrode (vgl. Skizze). Laut geolog. Landesamt NRW in Krefeld befindet sich an dieser Stelle das südöstlichste Vorkommen von Unterkreide-Sandstein (Osning Sandstein) des Münsterländer Kreidebeckens. Von dieser Stadtwüstung, die an dem alten Warburger Weg liegt, der auch „Heßweg“ = Hessenweg genannt wurde, zeigen sich dem Wanderer noch eindrucksvolle Reste einer Turmburg am höchsten Punkt im Osten der ovalen Stadtfläche sowie gut erhaltene Wallanlagen. Die größte Länge der Stadtwüstung beträgt ca. 500 m, während die Breite zwischen 250 m und 350 m schwankt.

Bis in die jüngste Zeit wurde angenommen, dass sich in diesem Gelände bereits in sächsischer Zeit eine Wallburg befand, eine Fluchtburg zur Aufnahme der in Notzeiten fliehenden Menschen aus dem östlichen Sintfeld und dem Gebiet des Unteralmegaus. Nach L. Bing (Die Warte, März 1981, S. 37 f.) stimmt diese Vermutung nicht; die Wälle stammen erst aus dem 13. und 14. Jahrhundert.

In den überall von einem Außengraben begleiteten, stellenweise bis zu 5 m hoch aufragenden Stadtwallen, war ein Mauerkern gesetzt, dessen Oberkante an vielen Stellen noch zutage tritt.

Die Stadt Blankenrode wurde wahrscheinlich im Jahre 1248 gemeinsam durch den Bischof von Paderborn und den Abt von Corvey als Grenzfeste (munitio) angelegt gegen die Waldecker Grafen und zur Abwehr der Territorialpolitik des Kölner Erzbischofs.

Die Festungsstadt ist 1267 in einer Fehde zwischen Paderborn / Corvey und Waldeck / Osnabrück zum ersten Mal zerstört worden, wurde aber erneut aufgebaut; sicher bezeugt ist die Existenz von Burg und Stadt durch eine Urkunde von 1298. Eine Kirche ist für 1302 bezeugt. Auffallend ist der breite von Nord nach Süd verlaufende Doppelwall, der die Anlage in zwei fast gleich große Hälften teilt, wofür lange Zeit eine Erklärung fehlte. Nach Bing hatte es mit diesem Doppelwall folgende Bewandtnis: „Er trennte den östlich des Walles liegenden Burgbezirk von dem westlich liegenden Stadtbezirk, der sehr wahrscheinlich erst nach 1267 - nach der Fehde zwischen Waldeck und Paderborn - hinzugekommen ist.

Im Burgbezirk - dem castrum oder der borgh - lag auf einem großen Hügel die Rundburg. Hier befanden sich auch die Burgsitze - bergsteden - der Paderborner und Corveyer Ritter. Ihnen - den Burgleuten oblag der militärische Schutz der gesamten Anlage. Sie waren frei von städtischen Abgaben und unterstanden auch nicht der städtischen Gerichtsbarkeit.“

Um 1307 wies der Ort nach einer Hardehauser Urkunde eine städtische Selbstverwaltung auf. Er hatte Rathaus, Richter, Bürgermeister, Kirche und auf der Ostseite einen Friedhof. Die Siedlung hatte sich zu einem blühenden Gemeinwesen entwickelt. Chronisten sprechen von 4 000 Einwohnern, was aber zu hoch gegriffen sein dürfte. Nach neueren Forschungen (H. Stoob) ist die bebaute Flache aber groß genug gewesen, daß der Ort damals über 1000 Einwohner gezählt hat, nach Bing lag diese Zahl geringer.

Tonangebend unter den Burgern waren die „rittermäßig lebenden Burgmannenfamilien, vor allem die Brobeke, Calenberg und Westheim, daneben die Marschalk und die Spiegel“ (Stoob: Blan kenrode, in: Führer zu vor- und frühgeschichtl. Denkm., 1971, S. 261 f.).

Im 14. Jahrhundert verlor der Ort für den Fürstbischof in Paderborn an Interesse und wurde mehrfach verpfändet. Die Calenberger und die Brobeke teilten sich in den Pfandbesitz von Burg und Stadt. Dennoch stellten sich im Jahre 1385 die Brobeke obwohl Vasallen des Bischofs - an die Spitze eines bischofsfeindlichen Ritterbundes. Bischof Simon II., Graf von Sternberg, wurde bei der Belagerung der Stammburg derer von Brobeke im Orpetal 1389 getötet. Kurze Zeit später, um 1390 brach der Waldecker Graf Heinrich Vl. in Abwesenheit der Ritter in die Stadt ein und zerstörte sie völlig.

Der Untergang der Stadt Blankenrode war aber nicht nur ein Werk der Fehden, vor allem der Stiftsfehde, sondern in erster Linie eine Folge der Bodenentwertung. So setzte um die Mitte des 14. Jahrh. in dem Stadtgebilde Blankenrode bereits wie auch in vielen anderen Sintfeldorten eine starke Abwanderung ein. Blankenrode ist schon in seiner Entwicklungsphase, dem Ackerbürgerstadium, dem starken Sog des Wüstungsprozesses erlegen. In der Bengler Fehde war wohl nur noch die Burg mit den Burgmannen besetzt.
Ursachen für die Landflucht durften in erster Linie die schlechte Bodenqualität und die hohe Lage (380 - 407 m) der Stadt gewesen sein.

Die v. Brobeke haben ihr letztes Eigentum bei der Stadtwüstung Blankenrode 1449 an die Stadt Warburg verkauft, die Ansprüche der Calenberger gingen 1451 an Hardehausen über. Die Stätte blieb leer. Mächtige Buchen wachsen auf dem ehem. Siedlungsraum. Der Besucher der wüsten Stätte sieht nur Reste der aus starken Sandsteinen erbauten Burg. Schieferstücke zeigen die ehemalige Bedachung an. Die Burg hatte einen Durchmesser von 25 m.

Durch Grabungen im vorigen Jahrhundert ist der Burgplan unübersichtlich geworden. Die aufgedeckte tiefe Felsenplatte kann ein Verlies gewesen sein. Im Ostteil der Anlage befand sich außer der Kirche auch der Stadtbrunnen („Jungfernbrunnen“), der noch erhalten ist.

Zu dem Jungfernbrunnen kamen einst die wilden Grafen auf einer Jagd. Sie fanden an dem Quell eine schöne Jungfrau, die ihren zarten Leib in der kühlen zauberhaften Quelle verschönte, eine zweite Maid mit goldblondem Haar träumte im weichen Moose, die dritte pflückte Moosblumen. Als die Jungfrauen das Jagdsignal hörten und merkten, daß der Graf v. Padberg sie belauscht hatte, sprangen sie in den Brunnen. Der Graf nahm ihnen die weißen Schleier weg, so daß sie nimmer den Brunnen verlassen können. Daher der Name Jungfernbrunnen.

Der Eggeweg durchquert den Wüstungsbezirk von Osten (Burgbezirk) nach Westen (Stadtbezirk) erkennbar an dem Mittelwall.

Vom westlichen Ausgang der Wüstung ist der Eggeweg als Naturlehrpfad mit Schautafeln angelegt und führt in wenigen Minuten (gemeinsam mit X3) westwärts zum Parkplatz am Nonnenbusch (Schutzhütte) und weiter zu der Altenauguelle und dem Walddorf Blankenrode, wo in Ortsmitte am Quellteich der Altenau seit 1993 eine größere Schutzhütte steht, die mehr ist als ein Platz zum Ausruhen, denn sie ist ein beachtenswertes Bauwerk als “Spiegel der Landschaft“ und sollte unbedingt aufgesucht werden, zumal sie drei großflächige Bildtafeln enthält, deren erste die schöne Waldlandschaft der Südegge darstellt und auf interessante Wanderziele hinweist.  
Eine zweite Tafel zeigt den Weg der Menschen in der hiesigen Landschaft durch die Geschichte auf, während eine dritte Tafel „Mensch in der Natur“ auf die Vielfalt der Natur in der Südegge hinweist.

Von dort aus verläuft der Eggeweg einige hundert Meter auf der Meerhofer Straße und biegt dann links ein in Richtung Bleikuhlen.  
Die Bleikuhlen gehörten ehemals nicht zur Mark der „Altstadt“ Blankenrode, sondern zu dem „Mederikschen Hof“, der zu Snevede zählte. In der späteren Zeit besaßen Warburg und Dalheim den Grundbesitz der Bleikuhlen. Die Erzgewinnung scheint zur Zeit der Stadtblüte nicht betrieben zu sein. Erst seit 1480 ist der Bergbau quellenmäßig belegt. Das Bergregal hatte 1495 der Graf v. Waldeck.

Diese Bleikuhlen liegen an einer 12 km messenden Erdverwerfungslinie, dem Westheimer Abbruch, an dem mittlerer Buntsandstein gegen Oberkreide (Cenoman-Pläner) verworfen liegt. Hier treten auf dem höchsten Punkt der Verwerfungslinie (400 m) die Erze zutage. Es handelt sich um einen alten Erztagebau der Bleikuhlen. Der offene Graben ist etwa 300 m lang, 50 m breit und 4 - 12 m tief. Die vorkommenden Gesteinsmassen der Trias, Jura und Kreideformation enthalten Blei-, Galmei = Zink-, Brauneisen- und Schwefeleisenerze nebst Eisenoxydhydraten, Schwefelkies und geringen Spuren von Kupfer. 
Die Erzgänge streichen 2 km weit nach Norden, verschieden an Mächtigkeit und Streichrichtung. An der Westseite der Lettenbank lagern die stärkeren Bleierze, an der Ostseite überwiegen die Zinkerze. Nach der Tiefe nehmen diese Erzschichten an Güte und Stärke zu. Der durchschnittliche Erzgehalt beträgt 27 % Das beste Galmeierz ist das grauweißliche Rotelerz (Roteln = Waben, wegen der zellenartigen Oberfläche).

Die Bleierzgewinnung geschah zunächst im Tagebau und ist, wie seine Verhüttung, sicherlich uralt (ein im nahen Wäschebachtal gefundener Bleischmelzfluß mit eingebackenen Holzkohleresten weist darauf hin). Sie erstreckte sich ursprünglich vorwiegend auf Blei, daher Blykaulen. Viel später wurde nach Galmei gegraben, und nur nach dem gehaltreichsten. 1544 kam es wegen des Erzabbaus zwischen Paderborn und Waldeck zu Streitigkeiten. Der Graf von Waldeck hielt sich für den Lehnsherrn und ließ mit einem Waldeckschen Aufgebot die Bergleute von den Gruben verjagen.

Die Grubenbesitzer wechselten oft; zwischendurch lagen die Gruben still. Der Schacht war an der tiefsten Stelle 40 m tief. Die erste Sohle befand sich 15 m unter Tage, die zweite lag wieder 5 m tiefer und lieferte bestes Erz. Um diese Sohle vor Wassereinbruch zu schützen, war unter ihr nordsüdlich verlaufend ein fast 1 km langer, jetzt eingefallener Wasserstollen angelegt der das Wasser teils nach dem Altenautal, teils nach der „Schwarzen Bicke“ zu ableitete. Das Erz wurde auf Minenhunden mittels eines durch Pferdekraft bewegten Göpels gefördert. Den Kummer (taubes und minderwertiges Gestein) warf man in die alten leeren Stollen oder schüttete ihn auf die Halden. Das Erz wurde auf den Halden sortiert, im nahen Wäschebach gereinigt und dann mit Fuhren nach Westheim geschafft. Den Bewohnern von Oesdorf, Meerhof, Blankenrode und Westheim gab der Erzbau eine gute Verdienstmöglichkeit (beim Abbau des Erzes im Tagebau soll 1872 ein Schwert gefunden worden sein, das römischen Ursprungs ist).

Nach längerem Stilliegen erwarb eine Gesellschaft Strauß u. Mackenberg (Kassel-Marsberg) 1925 die Bleikuhlen. Es wurde sowohl im Tagebau als auch auf der ersten Sohle gewerkt, und in der Hauptsache sehr gutes Zinkerz (bis 27 % im Durchschnitt!) gewonnen. Das auf der Erzscheide mit dem Hammer gereinigte Erz fuhr man mit dem Wagen zur Bahn nach Westheim, von wo es nach Bergisch-Gladbach verfrachtet und dort verhüttet wurde. Der Betrieb war durchaus lohnend, aber nachdem der Hauptgeldgeber der Gesellschaft im Jahre 1927 starb, legte Mackenberg die Gruben wieder still.  
Die bis in die sechziger Jahre sichtbaren Stollen und sonstigen Schachtanlagen stammten aus dieser Zeit.  
(Näheres bei K. Lippert, Geschichtliches über die Bleikohlen bei Blankenrode im Kreise Büren, Die Warte, H. 4, 1937, S. 69 ff)

Der Botaniker findet in dieser Gegend an den Haldenrändern eine reiche Pflanzenwelt (Galmeiveilchen, Frühlingsmiere, die seltene Hallersche Gänsekresse, Galmei-Traubenkropf, u. a. m.). Bei dem Galmeiveilchen (Viola guestphalica) handelt es sich um das einzige Vorkommen dieser Species überhaupt; Naturschutz, d. h. absolutes Pflückverbot!

Der Eggeweg führt nun in südl. Richtung und überquert auf einer Brücke die BAB Dortmund - Kassel. Etwa einen halben km hinter der Autobahnbrücke liegt am Eggeweg ein Erdrutsch, zugleich die auffälligste Naturerscheinung am Waldlehrpfad zwischen Blankenrode und Oesdorf. Auf etwa 150 m ist der Erdhang mit dem darauf wachsenden Buchenbestand den Hang hinab gerutscht, u. a. als Folge ergiebiger Regenfälle im Sommer 1965, die durch ihre Überschwemmung im Altenautal 7 Menschen das Leben kostete. Als weitere Gründe für den Bergrutsch kommen die Steilheit des Hanges und das Gesteinsmaterial des Untergrundes, tonige Cenomanmergel der untersten Schicht der Oberen Kreide, in Betracht.

An der rechten Seite des Weges liegt die Hohe Asche (436 m). Unser Weg verläuft (bei der am Waldrand gelegenen Schutzhütte zunächst bergauf) über die Stufenkante der schmalen bewaldeten Höhe, „Egge“ genannt, und durchquert Oesdorf. Hinter dem Ort wandern wir auf einem festen Wirtschaftweg steil empor und kommen südlich an einem Wasserbehälter vorbei und gehen in westlicher Richtung an dem Waldrand der Hohen Loh entlang. Dieser Weg bietet schöne Ausblicke ins Diemeltal, auf die schroffen Bergzungen der Südegge und auf die Briloner Höhen.

Nach einer ½-stündigen Waldrandwanderung (Achtgeben einige 100 m hinter den Häusern am Waldrand, wo der feste Wirtschaftsweg verlassen wird!) hat der Eggeweg bei der Maltzgrube die Feldflur von Essentho erreicht. Wir durchwandern sie in westl. Richtung etwa 20 Min. und gelangen zu dem Höhendorf des Sintfeldes Essentho, das dicht unter der Sintfeldstufe in zwei Quellmulden liegt.

Beim südlichen Dorfausgang, dem Forsthaus gegenüber, biegt unser Wanderweg scharf nach links ein, wir betreten den Mischwald der Haart (437 m). Der breite Fahrweg an der rechten Seite des Schlagbaumes ist der Königsweg, die Via Regia. Wir folgen diesem Weg und wandern nach etwa 200 m an den Einschnitten des felsigen Zechsteins vorbei durch den 5-6 m tief eingegrabenen Hohlweg, der einstigen Königsstraße, die bergan von einer senkrechten Felswand und hangabwärts von einem Wall gegen Abrutschgefahr eingefaßt ist. An dem Steilhang lassen sich die Verwerfungen des Zechsteins gut studieren.

Auf den letzten 500 Metern des Hohlweges fallen die Spezialfaltungen des Schiefergebirges (hier des flözleeren Karbons) besonders auf.  
Würden wir den befestigten Weg links vom Schlagbaum gehen so brächte er uns zu einem großen Zechsteinbruch mit einer artenreichen Zechsteinflora. Der Ausblick vom Steinbruch ist überaus reizvoll. Deutlich werden die Umrisse der Landschaft sichtbar: der steile Stufenabfall, die Hochfläche des Sintfeldes. die steilen Bergzungen, gebildet von den Bachlaufen der Staubke und Rumeke, das Diemeltal bei Westheim, das Hoppeketal, das Waldecker Upland.

Der alte Heerweg zieht sich in einem gestreckten Halbrund an der Haart entlang. Wenn die Bäume nicht belaubt sind, schauen wir über die weiten Plettenbergschen Forsten jenseits des Hameketales. In den Waldungen des Grafen von Plettenberg zeigen bemooste Steine eine frühere Grenze an zwischen dem Herzogtum Westfalen und dem Fürstbistum Paderborn (An der Südseite der Steine sind ein springendes Roß und auf der Nordseite das bischöfliche Wappen als Kreuz eingemeißelt).

Der Blick auf die Stadt Niedermarsberg mit ihren vielen sakralen und profanen Bauten hält uns vor der Höhe der Via Regia gefangen, erst recht der Kegelkopf der alten Eresburg in Obermarsberg.

Nach einem allmählichen Abstieg kommen wir zur B7, die wir überqueren und zur Diemel hinabsteigen. Auf dem Uferweg erreichen wir in wenigen Minuten Niedermarsberg, wo die Wanderung über den Eggeweg zu Ende ist.

Quelle:
http://www.eggegebirgsverein.de/6-Service/59-Wanderwege/60-Eggeweg/77,Eggeweg-X1-E1.html

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